29. Internationales Bodensee Turnier

29. Internationales Bodensee TurnierAm Wochenende des 25./26.6.2011 fand im schönen Stockach/Zizenhausen das 29. Internationale Bodensee Turnier statt. Da der TV Jahn Zizenhausen sich in regem Spieleraustausch mit dem BLZ Mittelhessen befindet - es handelt sich um den Heimatverein unseres Neuzugangs Steffen Kuntz und den neuen Verein unserer ehemaligen Stammspielerin Verena Lauber - war es sozusagen Pflicht mit einer Delegation von Spielern dort aufzuschlagen.

Um das lange Wochenende ausgiebig zu nutzen machten sich die Spieler Roland Frey, Steffen Kuntz, Christian Herbert, Dominik Seel und Hannah Weitz, begleitet von Fan Romy Junker bereits am Donnerstagnachmittag in Richtung Süden auf den Weg. Bereits der Weg entpuppte sich jedoch für Steffen Vettel als äußerst tückisch. Sollte doch ausgerechnet am Übergang der A8 auf die A81 Richtung Stuttgart ein fremdes Autokennzeichen - „B:LZ 364“ - welches unbedingt fotografiert werden musste, die Aufmerksamkeit des Rennfahrers so stark in Anspruch nehmen, dass er den Boxenstopp verpasste.

Die Gruppe um Romy, Christian und Hannah konnte sich damit einen sicheren Vorsprung ergattern und sogar der zu spät gestartete Rolle kam noch vor Vettel im idyllischen Stockach an und konnte sich gemeinsam mit dem Winner-Team noch einen Kaffee gönnen bevor die Fahrgemeinschaft Vettel - Seel das Ziel erreichte. Wieder vereint wurde dann die Wochenendpension „Villa Kuntz“ angesteuert, wo die Mittelhessen bereits von dem Empfangskomitee bestehend aus Mama Kuntz und Reinhard erwartet wurden. Die Pension erwies sich als wahrer Glücksgriff, sowohl die Schlafmöglichkeiten, die Entfernung zur Halle, als auch das Frühstück waren erste Sahne, sodass es Steffen auch in den nächsten Tagen nicht gelingen sollte das Team für einen Quartierwechsel in die Halle zu erwärmen. Am selben Abend durfte sich die Gruppe noch über mehrere regionale, kulinarische Spezialitäten freuen. Bei „Nellenburger Fladen“, „Wurstsalat im Salatkranz“ und den von Kellner Boris eigens zum Verdauen empfohlenen „Stockamerhocker“, blieben in der Nellenburger Talstation keine Wünsche offen. Auch der mittlerweile zum Kult gewordene Trinkspruch »blz« [ɓĩɫz] kam hier erstmalig zum Einsatz und der Tag neigte sich langsam dem Ende zu.

Der Start in den nächsten Tag begann direkt wieder mit heiterer ausgelassener Stimmung an der unser Stimmungsking Domi wieder einmal großen Anteil trug. Sowohl seine Knuddelattacke auf Christian und Romy, als auch seine selbst verherrlichenden Einlagen vorm Spiegel führten zu allgemeinem Gelächter. Nach einem ausgiebigen Frühstück inklusive Lunchpaket ging es auf, zu dem von Steffen perfekt geplanten Ausflug. Die erste Etappe war der Affenberg in Salem. Hier konnte man Störche, Enten, Gänse und Damwild bewundern. Das Highlight stellten jedoch die unzähligen Berberaffen dar, welche in einem speziellen Gehege meist direkt am Wegrand auf einem Geländer saßen und darauf warteten, von den Besuchern mit Popcorn gefüttert zu werden. Während Hannah lieber selbst in die Rolle der Affen schlüpfte und mehr Popcorn in ihrem eigenen Bauch landete als in dem der Affen, machten die Anderen ihre ganz eigenen Erfahrungen mit den Berberäffchen. Diese stellten sich als ziemliche Schnäuber heraus, denn sobald das Popcorn einmal am Boden lag verweigerten sie es oder schlugen es den netten Fütterern sogar aus der Hand. Doch Rolle bewies, dass Menschen immer noch die intelligenteren Säugetiere sind und verwirrte den Affen solange, bis er schließlich doch das Popcorn vom Boden aß. Nach dem Besuch auf dem Affenberg ging es weiter nach Überlingen. Dort folgte ein Bad im eiskalten Bodensee. Bei einer Seetemperatur von 19°C (also gefühlten -20°C), stürzten sich Hannah und Romy als Erste todesmutig ins Wasser. Steffen und Domi tasteten sich etwas langsamer heran, schafften aber letztendlich selbstständig den Sprung ins kalte Nass. Nur unser Herby brauchte extreme Nachhilfe und wandelte erst ins Wasser, als er bereits, dank seiner Kollegen, von Kopf bis Fuß nass war. Dennoch waren natürlich alle sehr stolz, dass er es überhaupt geschafft hat. Von Überlingen aus führte der Weg der BLZ-Kollegen entlang des schönen Ufers nach Meersburg und von dort aus auf die Fähre nach Konstanz. Nach einem gepflegten Einkehrschwung in den „Pavillon am See“ einigten sich alle recht schnell darauf am Abend thailändisch essen zu gehen. Doch dieses Unterfangen sollte sich als schwierig herausstellen. Gefühlte zwei Stunden wandelte die hungrige Gruppe durch Konstanz, bis endlich ein thailändisches Schnellrestaurant gefunden war. Es hatten bereits alle Platz genommen und auch die Tische waren schon zurechtgerückt, als Herby, Rolle und Domi von den örtlichen sanitären Anlagen zurückkehrten und deren Reinlichkeitszustand schilderten. Kurz um, die Mittelhessen entschlossen sich die Flucht anzutreten und schnellstmöglich um die nächste Straßenecke zu verschwinden. Die Suche ging also erneut los und der besonders hungrige Herby wurde leicht quengelig. Doch schon bald war ein schöner Chinese gefunden und die Mittelhessen erfreuten sich an einem ausgezeichneten „All-you-can-eat Buffet“. Mit übervollen Bäuchen konnten sich alle nur noch zum Auto kugeln und auch zurück in der “Villa Kuntz“ entschied sich die Mehrheit dazu lieber direkt zum nächtlichen Verdauungsschlaf über zu gehen, zumal es der Plan verlangte am nächsten Morgen um 9.00 Uhr in der Halle zu stehen.

Der heimische Steffen Kuntz erwischte im Einzel die einzige vierer Gruppe. Direkt im ersten Spiel ging Steffen gegen Rüdiger Henß über die volle Distanz, zog jedoch nach drei spannenden Sätzen leider den Kürzeren. Nachdem sich Roland die letzten zwei Tage unentwegt über seine Meldung im Einzel beklagte, verlor er sein erstes Einzel gegen Manuel The auch relativ kampflos in zwei Sätzen. Christian musste das erste Spiel gegen den vermeintlich stärksten Gruppengegner Timo Wernet aus Zizenhausen bestreiten. Nach relativ klar gewonnenem ersten Satz (21:9), verlor er den Zweiten und musste wie Steffen auf den dritten Satz hoffen. Diesen konnte Christian für sich entscheiden und peilte somit vor seinem letzten Spiel den Gruppensieg an. Dominik erwischte in seinem ersten Spiel den späteren Halbfinalist im Einzel und Mixed Stefan Grüble. Dominik machte keine schlechte Figur, musste sich aber mit 15:21 und 10:21 geschlagen geben. Hannah musste in ihrem ersten Spiel gegen ihre spätere Doppelpartnerin Anja Nichterwitz antreten und verlor denkbar knapp im dritten Satz mit 18:21.

In der zweiten Runde musste Steffen gegen den stark aufspielenden Philipp Kurz antreten, dieser ließ ihm wenige Chancen und ging nach zwei Sätzen als Sieger vom Feld. Roland traf in der zweiten Runde auf Christopher Graf. Rolle weiterhin unmotiviert und zusätzlich von der 3cm hinter dem Feld aufragenden Wand bedroht, verlor auch hier prompt den ersten Satz mit 12:21. Beflügelt vom Seitenwechsel war Roland plötzlich wie ausgewechselt und verwandelte sich in ein wahres Einzelungeheuer. Seine angaben erreichten nahezu die Grundlinie und auch läuferisch machte es den Anschein, als hätte er vom Zaubertrank genascht. Er sicherte sich den zweiten Satz souverän mit 21:11 und auch im dritten Satz ging das Einzelungeheuer recht zügig in Führung. Das gesamte BLZ-Team hatte sich bis dahin auch am Spielfeldrand versammelt und feuerte Rolle euphorisch an. Bei einem Spielstand von 20:12 drehte der Graph dann vom Stolz getrieben noch mal auf und verringerte auf 20:16. Doch dann machte das Ungeheuer das Höhlentor zu und sicherte sich den Sieg und somit den 2. Platz in seiner Gruppe. Christian spielte nach gewonnenem ersten Spiel gegen Alexander Schmidt um den Gruppensieg und den damit verbundenem Einzug ins Viertelfinale. Unser Herby konnte im Vergleich zum ersten Spiel noch eine Schippe drauflegen, siegte klar in zwei Sätzen und zog somit ins Viertelfinale des 29. Internationalen Bodensee Turniers ein. Hannah hingegen musste nach verlorenem ersten Spiel ihr letztes Gruppenspiel gewinnen, um sich noch eine Chance aufs Weiterkommen zu wahren. Ihre Gegnerin war keine Geringere als Melanie Thumfart, gegen die sie erst vor drei Wochen beim Barthel-Cup angetreten war. Diesmal musste sich Hannah jedoch geschlagen geben und kam somit leider nicht über die Gruppenphase hinaus. Steffen hatte wie bereits erwähnt ein Spiel mehr als die Anderen und spielte in seinem letzten Spiel gegen Phu Minh Lam um die „Goldene Ananas“. Steffen konnte den ersten Satz für sich entscheiden, musste sich jedoch im zweiten und dritten Satz seinem Gegner geschlagen geben. Nachdem die Gruppenspiele beendet waren, starteten auch schon die Viertelfinalspiele. Christian spielte gegen den Regionalligisten und späteren Finalteilnehmer Björn Hagemeister aus Friedrichshafen. Er verlor zwar mit 14:21 und 22:24, machte aber ein gutes Spiel und bewies, dass er auch mit Spielern dieser Klasse durchaus mithalten kann.

In den Doppeln kam keiner der Spieler des BLZ über die Gruppenphase hinaus, hervorzuheben ist hier jedoch die Leistung von Dominik und Steffen. Sie kannten sich nicht lange und spielten noch nicht oft zusammen, doch auf dem Spielfeld haben sie sich lieben gelernt. Sie spielten die Gegner in Grund und Boden. Mit den legendären Smashes, den platzierten Aufschlägen und den krass geschnittenen Bällen bewirkten sie drei super knappe Spiele, wovon sie zwei für sich entscheiden konnten. Somit endete der erste Turniertag für die Spieler des BLZ.

Nach der Feier der vergangenen Nacht zusammen mit dem Zizenhausener Vereinsmaskottchen Heidi und den restlichen in der Halle nächtigenden Spielern sollte es ein anstrengender Mixedtag für die Spieler des BLZ werden. Mit Muskelkater und ordentlich müden Knochen schleppten sich Roland, Hannah, Dominik und Christian um kurz nach neun Uhr in der Frühe aufs Feld. Zur Überraschung aller entschieden Roland und Hannah das erste Spiel in zwei Sätzen für sich. Auch im nächsten Match war das Glück auf ihrer Seite. Nach dem ersten verlorenen Satz und einem Rückstand von 4:14 im Zweiten, ließ Roland noch mal das Ungeheuer raushängen. Zusätzlich motiviert von Romy, die mitten im Satz die Zähltafel übernahm, gelang es ihnen, das Blatt zu wenden und trotz einiger mentaler Schwierigkeiten den zweiten Satz für sich zu entscheiden. Der dritte Satz war noch mal ein spannendes Highlight. Roland und Hannah gaben alles und schließlich reichte es für den Sieg. Sie zogen als Gruppenerste ins Viertelfinale gegen Wagner/Arenz ein. Dieses Spiel gegen die späteren Turnier Zweiten, sollte sich als das anspruchsvollste herausstellen. Trotz nahezu fehlerfreiem Spiel und Anfeuerungsrufen der Vereinskollegen und der Dossenheimer Freunde reichte es nur zu einem schönen Zweisatzspiel mit 15:21 und 18:21. Christian spielte zusammen mit Sabrina Thumfart (SSV Ettlingen) im ersten Spiel gegen Lux/Grüble. Christian und Sabrina machten für ihr erstes gemeinsames Spiel keine schlechte Figur, mussten sich dennoch den späteren Halbfinalisten geschlagen geben. Gegen Becker/Grömminger konnten sich die Beiden in zwei Sätzen recht deutlich mit 21:9 und 21:9 durchsetzen, bevor sie im letzten Gruppenspiel gegen Kirschner/Schmidt noch einmal über die volle Distanz von drei Sätzen gehen mussten. Aber auch das Spiel konnten sie letztendlich im entscheidenden Satz mit 21:10 für sich entscheiden und belegten einen guten zweiten Platz in der Gruppe. Dominik spielte zusammen mit Alice Hartmann vom TV Rottenburg. Mit den späteren Gewinnern Tropf/Schade in der Gruppe, gab es trotz guter Spiele aber auch für diese Zwei kein Weiterkommen.

Nach vier schönen und anstrengenden Tagen ging für den rasanten Steffen, den Drei-Wetter-Taft Dominik, das Ungeheuer Roland, die verschollene Romy, die Muhaha-Hannah und Christian, bei dem alles etwas länger dauert, der Trip zum Bodensee zu Ende. Auch diesen Ausflug können die Spieler und Spielerinnen des BLZ Mittelhessen in allen Belangen als durchaus gelungen bezeichnen.