Barthel-Cup 2011

Barthel Cup 2011BLZ Mittelhessen erkämpft den 3. Platz im A-Feld

Das traditionsreiche Badminton-Turnier „Barthel-Cup“ des TV Markgrönigen (Landkreis Ludwigsburg) feierte am vergangenen Wochenende seinen 19. Geburtstag und auch das BLZ Mittelhessen ließ sich dieses atmosphärisch einmalige Turnier in diesem Jahr nicht entgehen. Nach diesem Wochenende sollte jeder Spieler wissen, wo der „Barthel den Moschd holt“.

Auch in diesem Jahr gelang es den Veranstaltern des TV Markgröningen ein Badminton-Turnier der etwas anderen Art zu organisieren. Der Barthel-Cup ist ein „Tummelplatz für Individualisten, Camper und Frischluftfanatiker“ und blickt auf eine traditionsreiche Geschichte zurück, die dieses Mannschaftsturnier weit über die Grenzen des Landkreises Ludwigsburg berüchtigt gemacht hat.

Ganze 36 Mannschaften und damit über 200 Sportler waren auch dieses Mal für drei Spielklassen gemeldet. Das Besondere dieses Turnieres ist vor allem die Möglichkeit, dass die Teilnehmer direkt an den beiden Spielhallen auf zwei Grünflächen campen können, während des ganzen Wochenendes damit viele Spieler und Spielerinnen der anderen Mannschaften näher kennenlernen und neben den sportlichen Wettkämpfen auch im anliegenden Biergarten mit Gegnern und Freunden anstoßen. Auch die obligatorische und berüchtigte Party am Samstagabend wurde direkt im Hallenvorraum zelebriert und sollte eine insgesamt tolle Atmosphäre abrunden. Viele der gemeldeten Mannschaften campten auch dieses Mal direkt an der Halle, so auch das BLZ Mittelhessen.

Unsere Mannschaft, bestehend aus Christian Herbert, Jens Lüders, Marilen Schmidt und Hannah Weitz, machte sich gegen 06.15 Uhr Samstagmorgens voller Vorfreude von Gießen Richtung Markgröningen auf. Kapitän Steffen Kuntz schloss sich der Truppe erst in Markgröningen an, er fuhr alleine aus Richtung München kommend direkt zum Spielort. Fahrer Christian und Beifahrer Jens hatten trotz Augenringen, maximal fünf Stunden Schlaf und einem Blutzuckerspiegel nahe Null nach geschätzten 2,5 Stunden den Weg ins beschauliche Baden Württemberg (dank Navigationssystem und Charts aus den 90er Jahren) erfolgreich finden können. Von Schlafsäcken und Taschen auf der Rückbank zugedeckt, waren Hannah und Marilen die Fahrt über ins Traumland abgetaucht und vertrauten Fahrer und Copilot anscheinend blind. Um ca. 08.45 Uhr empfing Steffen Kunz die Truppe aus Gießen bereits auf dem Parkplatz in Markgröningen, in der Hand eine Zigarette und im Kofferraum 6 Liter Apfelwein: Der Mann hatte einige Kriege überlebt!

In Markgröningen angekommen inspizierten die Mittelhessen erstmal das Gelände und speicherten die relevanten Wegpunkte unmittelbar ab: Biergarten – Halle – Biergarten – Klo – Zeltplatz und wieder von vorne… Diese Reihenfolge sollte sich für manche Spieler noch als taktisch wertvoll erweisen. Um 09.00 Uhr fand dann die Begrüßung durch die Veranstalter statt. Nachdem sich jede Mannschaft in einer Ehrenrunde durch die Halle per Handschlag gegenseitig begrüßen durfte und ein gemeinsamer afrikanischer Tanz mit gesanglicher Unterstützung absolviert wurde, musste man sich langsam aber sicher dem sportlichen Ernst widmen.

Gegen 09.30 Uhr stand schon das erste Spiel für die Mannschaft im A-Feld an. Gemeldet war hier im Übrigen Alles ab Landesliga bis Regionalliga und gespielt wurde in 3 Gruppen mit jeweils 4 Mannschaften. Nachdem sich Steffen, Christian und Jens nochmal schnell mit ein paar Kohlenhydraten des örtlichen Verpflegungsstandes versorgt hatten, wurde sich bereits warmgespielt. Der Gegner war unbekannt und trat auch nur unter einem Pseudonym auf, welches sich keiner merken konnte. Das erste Spiel wurde trotz noch vorhandener Müdigkeit, suboptimaler Nahrungsaufnahme und nach einigen Startschwierigkeiten insgesamt mit 4:3 gewonnen. Gespielt wurden alle regulären Spiele, bis auf ein zweites Herrendoppel. Nach diesem gelungenen Auftakt durfte sich das BLZ erstmal ausruhen, da sich ein Gegner der Gruppe kurzfristig abgemeldet hatte und damit nur ein verbliebenes Spiel um den Gruppensieg am Nachmittag ausstand. Der Gegner am Nachmittag nannte sich „Dönerspieß“, was das Team kurzzeitig irritierte, aber natürlich nicht am geplanten Ergebnis zweifeln ließ. Man nutzte daher gegen 11 Uhr die Zeit, das 6-Personen-Zelt von Hannah auf einer schattigen Grünfläche zu errichten. Nachdem man mit dem Gestänge Mikado gespielt, die Heringe in alle identifizierbaren Windungen gebohrt, diverse Knoten an wahrscheinlich falschen Stellen gemacht und dabei zwischenzeitlich am eigenen Verstand gezweifelt hatte, stand ein zwar leicht schief errichtetes, aber durchaus bewohnbares Zelt. Der erste alkoholisierte, aber freundliche Nachbar kroch dabei rüber und ließ keinen Zweifel an seiner Intention fürs Wochenende: Feiern! Grundsätzlich nicht verkehrt, aber das Team um Kapitän Steffen wollte zuerst den Gruppensieg am Nachmittag und damit das Halbfinale am Sonntag in der Früh sicherstellen: Erst die Arbeit, dann das Vergnügen!

Nach einer kurzen Formel-1-Fahrt mit Steffen Vettel zum örtlichen REWE (zwecks Wasser) und einer anschließenden Portion Schwaben-Bolognese am Verpflegungsstand des Turniers, war das Team gegen 15.30 Uhr bereit für Spiel Nummer 2: Der „Dönerspieß“ sollte gegrillt werden! In diesem Spiel zeigten alle Spieler eine gute Leistung und konnten Punkte zu einem 5:2 Erfolg beisteuern: Christian und Jens im Herrendoppel, Steffen mit Marilen im Mixed und Hannah, Christian und Jens im Einzel sicherten die 5 Punkte und den Gruppensieg. Dieser Teilerfolg musste natürliche entsprechend gefeiert werden und endete unmittelbar im Biergarten.

Nach einer kurzen Verschnaufpause im Zelt und ein paar Schlückchen Apfelwein aus dem Hause Kuntz, versammelten sich nahezu alle Teilnehmer des Barthel-Cups abermals im Biergarten bzw. im Vorraum der Spielhalle. Die Musik der anstehenden „Players-Party“ wurde aufgedreht, das frisch gezapfte Bier, diverse Cocktails und die gemütliche und freundschaftliche Atmosphäre unter den Spielern und Spielerinnen läuteten einen netten Restabend ein. Christian und Jens machten mit dem DJ gemeinsame Sache, bewunderten seine 90er Jahre Plattensammlung und waren spätestens bei „Sing Halleluja“ von Dr. Alban mit dem Plattendreher per Du. Hannah und Marilen steppten derweil den Dancefloor sauber und Steffen gab dem Team „Dönerspieß“ großzügig eine Runde aus. Ein netter Abend neigte sich dann dem Ende entgegen und bewies abermals, dass das BLZ nicht nur auf dem Platz, sondern auch beim Feiern durchaus ein Wörtchen um den Gesamtsieg mitreden konnte. Nachdem sich alle in Richtung Zeltplatz geschleppt hatten, über diverse Nachbarn aus dem C-Feld gefallen waren und sich einen naheliegenden Schlafsack angeln konnten, endete ein erster erfolgreicher Turniertag im idyllischen Markgröningen.

Der zweite Turniertag begann für alle Teammitglieder gegen 10 Uhr. Eigentlich eine humane Zeit, wäre da nicht diese Feier am Vorabend gewesen und eine relativ ungewohnte Nacht im Zelt. Glücklicherweise hatte „Wachhund“ Jens durch sein lautes Schnarchen in der Nacht jeden Angreifer vom Zelt abhalten können, so dass das meiste Hab und Gut auch noch in der Nähe aufzufinden war. Steffen hatte sich im Vorraum der Halle zum Schlafen gelegt, da es ihm im Mittelteil des Zeltes nicht gemütlich genug war. Im Nachhinein ein fataler Fehler, da er mitten in der Nacht dort stundenlang von bereits ausgeschiedenen und alkoholisierten Teilnehmer der C-Klasse belagert wurde. Nichtsdestotrotz war das Team nach einem reichhaltigen Frühstück und einer ausgiebigen (tendenziell eher kalten) Dusche einigermaßen einsatzbereit und für den Oberligisten und Halbfinalgegner aus Dieburg-Großzimmern gerüstet.

Das Halbfinal-Spiel gegen die stark besetzten Dieburger war umkämpft, aber leider mit dem schlechteren Ende für die Mittelhessen. Trotz einer starken Damenleistung (Sieg im Damendoppel und Dameneinzel) verlor man das Mixed und das erste Herreneinzel knapp in 3 Sätzen. Der Oberligist aus Hessen setzte sich somit am Ende verdient mit 5:2 durch. Die Enttäuschung hielt sich aufgrund der Stärke des Gegners und der insgesamt guten Leistung in Grenzen und man wollte zumindest nun noch den Podestplatz im ausstehenden Spiel um Platz 3 sichern. Um dies sicherzustellen und die Energiespeicher aufzuladen wurde erneut zur Geheimwaffe, der schwäbischen Bolognese gegriffen und ausreichend Mineralwasser getrunken. Zu diesem Zeitpunkt machten sich schon die ersten körperlichen Beschwerden bemerkbar und sowohl Christian, Steffen und Jens klagten über müde Muskeln und Nachwirkungen der letzten Nacht. Aller Schmerzen und Leiden zu Trotz, mobilisierte das gesamte Team nochmal die letzten Energiereserven und spielte am frühen Nachmittag gegen das Team „ Die Heimkehrer“ aus Feuerbach im kleinen Finale. Nach einer starken Leistung siegten sowohl Steffen mit Jens im ersten Herrendoppel, als auch Hannah mit Marilen im Damendoppel in zwei Sätzen. Nachdem Hannah noch souverän ihr Einzel gewann, konnten Christian und Marilen im Mixed bereits den vierten Punkt und damit den dritten Platz sicherstellen. In einer umkämpften Partie und drei abermals harten Sätzen erspielten die Mittelhessen den Sieg und damit den Podestplatz für das BLZ. Die abschließenden Herreneinzel gerieten damit zur Nebensache, wobei Christian mit einer erneuten Kraftanstrengung seinen kämpferisch starken Gegner in drei Sätzen bezwingen konnte. Am Ende siegte das BLZ mit 5:2 und konnte den Barthel-Cup damit erfolgreich als Dritter abschließen. Im Finale siegte im Übrigen die Regionalligamannschaft des TSG Dossenheim gegen Dieburg und darf nun bis zur 20. Auflage des Turniers den Wanderpokal behalten.

Alles in Allem war der Barthel-Cup 2011 ein tolles Turnier, welches sich durch seine außergewöhnliche Organisation, das „Drum-Herum“ und die insgesamt freundschaftliche Atmosphäre auszeichnet! Vielleicht gelingt es dem BLZ ja beim Jubiläum des Turniers im nächsten Jahr den Wanderpokal nach Hessen zu entführen…